PEUGEOT RC Pik & RC Karo  (auf Bilder klicken um sie zu vergrößern)
       

 
 

Gleich zwei Mittelmotor-Coupé-Studien präsentiert Peugeot auf dem Genfer Automobilsalon. Die Concept Cars RC Pik und RC Karo sind als 2+2-Sitzer mit identischem Karosseriedesign konzipiert. Ihre Namensgebung erinnert dabei an den Peugeot 206 WRC, der als Doppel-Weltmeister in der Rallye-WM das sportliche Potenzial von Peugeot demonstriert. Folglich stehen auch die beiden RC-Studien für Fahrdynamik und Fahrvergnügen auf hohem Niveau, so Peugeot.

Antrieb
Beide Concept-Cars verkörpern ein als sportlicher 2+2-Sitzer konfiguriertes Coupé mit identischem Karosseriedesign. Für einen entscheidenden Unterschied sorgen indes nicht nur die Karosseriefarben, sondern auch die Art des Antriebs. Im schwarz lackierten RC Pik kommt ein 2,0 Liter großer Benzinmotor mit 181 PS Leistung zum Einsatz. Der rot lackierte RC Karo wird dagegen von einem 2,2-Liter-HDi mit Partikelfiltersystem FAP angetrieben. Dank eines modifizierten Motormanagements ist der aus dem 607 und 406 bekannte Common-Rail-Dieselmotor auf 175 PS erstarkt. Beide Triebwerke basieren auf Motoren aus dem Serienprogramm und wurden in Hinblick auf eine höhere Leistungsausbeute überarbeitet. Der Benzinmotor liefert ein maximales Drehmoment von 202 Newtonmetern, der HDi stemmt 400 Newtonmeter auf die Kurbelwelle.

Fahrleistung und Kraftstoffverbrauch

Gleiche Fahrleistungen bei RC Pik und RC Karo Obwohl die Motorisierung der Studien unterschiedlicher nicht sein könnte, erreichen die beiden RC identische Fahrleistungen: Die Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h absolvieren sie in sechs Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 230 km/h erreicht.Unterschiede ergeben sich dagegen beim Kraftstoffverbrauch, wo der RC Karo mit seinem sparsamen HDi-Motor einen Trumpf ausspielen kann: Während der RC mit Benzinmotor einen Verbrauch von 7,7 Liter auf 100 Kilometer ermöglicht, braucht die HDi-Version nur 4,9 Liter Diesel für die gleiche Wegstrecke.

Stabiler Aufbau mit Kohlefaser-Struktur
Die RC besitzen eine Monocoque-Bauweise aus hochfestem Kohlefaser-Verbundstoff. Die wabenförmig und stabil gestalteten Elemente wurden in einem speziellen Druckofen ausgehärtet. In die selbsttragende Karosseriestruktur wurde ein Überrollbügel integriert, der für zusätzliche Stabilität sorgen soll.

Fahrwerk
Die Befestigungen für die Radaufhängungen und die Lenkung sind ebenso in die Karosseriestruktur eingearbeitet wie die Aufnahmen für einen Gitterrohrrahmen, welcher das Antriebsaggregat trägt, und der Kraftstofftank. Durch die Position des direkt vor der Hinterachse quer zur Fahrtrichtung eingebauten Motors soll ein direktes und agiles Fahrverhalten von RC Pik und RC Karo möglich werden. Beim Fahrwerk kommen an den Vorder- und Hinterrädern Dreieckslenker zum Einsatz. Entkoppelte Achsschenkelbolzen sorgen laut Hersteller für hohe Lenkpräzision und Fahrkomfort. Die 18-Zoll großen Magnesiumfelgen der beiden RC sind mit Michelin-Reifen der Dimension 245/45 R18 bestückt.

Die Kraftübertragung erfolgt bei den beiden Coupés über ein elektrohydraulisch betätigtes Sechsgang- Schaltgetriebe, das über einen Schalthebel auf der Mittelkonsole oder über zwei Tasten am Lenkrad sequenziell betätigt werden kann.

Exterieur
Charakteristisch für die 4,30 Meter lange und 1,80 Meter breite Karosserie des RC sind die beiden großen Flügeltüren und die wie ein Skorpionschwanz über das Dach verlaufende Struktur, die zur Karosserieversteifung beiträgt. Die Panorama-Windschutzscheibe ist weit nach vorn gezogen. Die beiden Wischerarme werden jeweils von einem eigenen Elektromotor angetrieben, wodurch auf ein Platz beanspruchendes Wischergestänge verzichtet werden konnte. Eine gemeinsame elektronische Steuerung sichert den Gleichlauf der Wischer. Die Wischer werden automatisch über einen Regensensor aktiviert.

Ausfahrbarer Heckspoiler
Die geringe Fahrzeughöhe von 1,15 Meter soll den sportlichen Charakter der Coupés unterstreichen. Die Frontpartie wird geprägt durch Scheinwerfer mit Klarglas-Abdeckung. Der Heckabschluss der RC-Studien schließt einen Spoiler mit ein, der sich um 40 Millimeter ausfahren lässt und somit den Anpressdruck auf die Hinterachse erhöht.

Interieur
Die Carbon-Schalensitze sind mit farblich auf die Karosserie abgestimmtem Stoff und Leder bezogen. Edelstahl und Aluminium sollen dem Innenraum eine technologische Anmutung geben. Das Navigationssystem mit Farbdisplay, das Telefon und der Telematik-Dienst ergänzen die Ausstattung der beiden RC. Wie bei den Serienmodellen von Peugeot ermöglicht Multiplextechnik den Einsatz und die Steuerung von Ausstattungsdetails wie des Regensensors, des Bordcomputers und der Einschaltautomatik des Abblendlichts.

 

 
   
   
   
   
   
  Quelle Bild/Text: Peugeot/AutoBild  


Test Bericht in AutoBILD (30/2002):    
       
Peugeot RC Karo, RC Pik

Der Diesel-Porsche von Peugeot

Klasse, diese Asse. Und für Peugeot zwei Trümpfe. Denn Konkurrenz im eigenen Lande fehlt. Dazu bieten sie Fahrspaß pur. Also: Aufs Fließband mit ihnen – damit sie stechen.

 Früher, ja früher war alles besser. Und: In diesem Auto-Fall stimmt das sogar. Da rollte einst VW einen Käfer zu Signore Ghia nach Italien – zurück kam der legendäre Karmann Ghia. Ford schickte einen 20 M zu Osi nach Turin – als Osi Ford ging er in die Kölner Autogeschichte ein. Denken wir dann noch mal an Opel GT, Bitter CD, Manta oder Calibra, dann merken wir, wie langweilig heute manche Produktpalette geworden ist. Der Grund ist simpel: Es greifen zu viele Bedenkenträger ins Steuer. Denen falten Crashtests die Sinne, vernebeln Abgasvorschriften die Gedanken, begrenzen Plattformen den Horizont – und über allem spielt der rüde Rotstift seine Streiche.

 


Eine ähnliche Entwicklung bei den Franzosen: Citroën macht neuerdings auf schlicht, Renault schaffte statt eines Alpine-Nachfolgers nur den extrem spartanischen Spider, und Peugeot sonnt sich im Dieselfilter-Welterfolg. Automobiles Herzklopfen? Irgendwo in den Ölwannen abgetaucht. Bis der Genfer Salon im März uns eines Besseren belehrte. Da standen sie plötzlich bei Peugeot: die beiden Konzeptstudien RC Pik und RC Karo. RC? Sollte das etwa Racing heißen? "Nein, nein, keineswegs, das ist ein reines Fantasiekürzel", wurden Frohlocker abgebremst.

Angst vor der eigenen Courage? Ja, bis heute. Bis zum denkwürdigen 11. Juli 2002 auf der Teststrecke Mortefontaine nahe Paris. Da durfte internationale Presse die zwei Asse Probe fahren. Genauer: Probe beifahren. Die Autotester könnten ja im Überschwang der Gefühle zu tief aufs Gas treten, dachten sich wohl einige Bedenkenträger. Dann wären zwei Einzelstücke verloren gegangen, die alles an und in sich haben, um eine erfolgreiche Sportwagen-Reihe zu begründen.

Carbon-Karosse in Monocoque-Struktur mit Überrollkäfig aus hochfestem Stahl. Gitterrohrträger zur Aufnahme des Mittelmotors, elektrohydraulisches Sechsganggetriebe, Keramikbremsen. Peugeot bricht keineswegs mit seiner langjährigen Diesel-Tradition. Im roten Ass steht quer vor der Hinterachse der 2,2-Liter- Vierzylinderdiesel aus dem 607. Der hier aber statt 133 PS stramme 175 leistet, die im völlig verhaltenen Taxi-Takt vor sich hin tuckern. Keinerlei Donnerwetter lässt hier auf Spitzentempo 230 schließen – Heizöl-Ferrari ist ab sofort ein echter Ehrentitel. Denn auf dem kleinen Rundkurs erzeugt der turbogeladene Vierzylinder (mit dem FAP-Rußpartikelfilter, der Rußteilchen auffängt und alle 500 km freigebrannt wird) auf der nach oben offenen Sound-Skala die gewünschte Gänsehaut. Lässt dabei völlig vergessen, dass hier ein ehemals stinkender Diesel als Düse dient. Wenn Rudolf das noch erleben könnte ...

Im schwarzen RC Pik dann ein Nasenstüber: Alles riecht leicht nach Benzin, denn hier steckt der Zweilitervierzylinder als 181-PS-Quertreiber hinter den Rücksitzen und kämpft im engen Motorraum mit thermischen Problemen. Noch mit maximal 140 PS in den Peugeot- Limousinen unterwegs, soll der Doppelnockenwellen-Turbo wohl Anfang nächsten Jahres auch einen 206 RC befeuern. Was zeigt, dass Peugeot das Kürzel als Gattungsbegriff für sportliche Modelle nutzen wird.

Der Pik-Peugeot fährt sich wie ein alter Bekannter: Tritt ins Kreuz erst so ab 4000 Touren, Drehzahlgrenze laut Display irgendwo bei 7000. Ab Tempo 150 kämpfen Motor- und Windgeräusche gleichberechtigt um Gehör. Erstaunlich auf Anhieb der Fahrkomfort: schön straff, aber ohne Tendenz, Zahnplomben loszurütteln. In den Rausch der Geschwindigkeit können theoretisch vier Personen fallen, denn hinten stecken auch zwei brauchbare Sitzschalen. Sardinendose sollte man aber nur auf Kurzstrecke spielen, obwohl die hinteren Schälchen größer als in einem 911er-Porsche sind. Sieht zumindest so aus.

Porsche. Das Stichwort! Könnten die beiden Asse Stuttgart stechen? Oder baugleiche Konkurrenz von Lotus, MG, Toyota und Opel? Die begeisterte Peugeot-Meute schaut bedenkenträgerisch gen Himmel. Als ob von oben Monsieur Folz schauen würde. Denn dem Peugeot-Boss gebührt natürlich das erste und letzte Wort. Der 1947 in Straßburg geborene Elsässer will wohl in diesem Fall die Reaktion des Publikums abwarten.

Natürlich können die Asse schon aus Kostengründen nicht so gebaut werden, wie die in nur fünf Monaten entstandenen Prototypen. Kohlefaser würde durch Blech ersetzt werden, der Innenraum sicher nicht so rennmäßig sein. Eine Klimaanlage käme hinein, Satellitenpeilung sowieso. Ob die Türen ihr leicht nach oben schwenkendes Einzelscharnier behalten würden, wäre fraglich. Auch zeigt sich noch kein Kofferraum – vorn stecken die Kühler, hinten ist es (noch) zu warm. Aber das Konzept stimmt. Und keine französische Konkurrenz ist in Sicht. Allez, allez, Monsieur Folz. Sie könnten es wieder mal besser machen.

Die Geburt einer Legende? "Die Kollegen meinten, 'Legende' sei zu hoch gegriffen. Klar, auch eine automobile Legende fängt erst mal bescheiden auf vier Rädern an. So wie einst Alpine, Glas, Matra, Porsche und viele andere. Exklusive Autos aber machen Image! Das wiederum auf die gesamte Marke abstrahlt. Was dem einen also sein Phaeton, ist dem anderen sein RC. Denn wenn die Kreativität unter die Räder kommt, dann langweilen Stufenhecks, werden wir mit 'Sportlern' wie Puma oder Tigra bestraft." Diether Rodatz

Technische Daten
Vierventil-Vierzylinder • Hinterradantrieb • sequenzielles Sechsgang-Getriebe • Leergewicht 900–950 kg • L/B/H 4300/1800/1150 mm • 0–100 km/h in 6 sec. • Spitze 230 km/h •
RC Karo
Dieselmotor, quer vor der Hinterachse eingebaut • 2168 cm3 • 129 kW/175 PS • Drehmoment 400 Nm • Verbrauch: 4,9 Liter (Werksangabe)
RC Pik
Ottomotor • 1997 cm3 • 133 kW/181 PS • Drehmoment 202 Nm • Verbrauch 7,7 l Super plus (Werksangabe)

     

Quelle: AutoBild