Die Geschichte der Stadt Jeßnitz in Bildern

Das Rathaus

Am 23.August 1567 brach durch eine Schmiedeesse ein Feuer aus: Neben dem Rathaus fielen 42 Wohnhäuser und 16 Scheunen den Flammen zum Opfer. 1568-69 wurde ein neues Rathaus mit zwei Renaissancegiebeln errichtet. Es brannte 1768 wieder ab. Danach wurde das heutige Rathaus erbaut.

 

 

Die Schule

Die Oberschule (rechts) wurde 1881 erbaut. Das Bild zeigt die Ansicht um 1940. Die heutige Grundschule (linkes Bild) wurde 1920 aus der Trägerschen Strickfabrik durch Umbau in Klassenräume in eine Mittelschule verwandelt.

 

Die Fischerhäuser

werden bereits um 1600 erwähnt. In der Mulde war allgemeines Fischrecht, jeder durfte fischen wie er konnte und wollte. Es gab reiche Lachsbestände in der Mulde. Während der Lachswanderung hatte das einfache Volk die Pflicht, 3x wöchentlich Lachs zu essen.

 

Die Mühle

1398 wird in einer Pfändungsurkunde etwas über den Mühlenbetrieb an der Mulde berichtet. Die Mühle war im Besitz der Herrschaftlichen Regierung. 1792, als die Mühle hätte erneuert werden müssen, wird sie durch den Fürsten Leopold an den Mühlmeister Drache verkauft. 1805 wurden die beiden Holzbrücken, Dämme und Wehre ebenfalls an Drache verkauft.

Das Sägewerk

Körting's Sägewerk - am Halleschen Tor gelegen - war wegen seiner grossen Palette weit über unsere Stadtgrenzen hinaus bekannt. Die erste Erwähnung stammt aus der Zeit um 1900

 

Die Brauerei

Die bekannteste Jeßnitzer  Brauerei F. Kersten wurde im Jahre 1860 errichtet und hatte eine Jahresproduktion von etwa 8.000 Hektolitern. Sie war mit den modernsten Maschinen ausgestattet. Die Mineralwasserfabrik lieferte ihre Erzeugnisse bis Halle, Merseburg, Bitterfeld, Holzweissig sowie Jeßnitz und Umgebung.

Der erste Verkehrsunfall in Jeßnitz

ereignete sich 1930 auf dem grossen Markt. Hier stiess ein Motorrad mit einem Laster zusammen. Die Gendarmerie war zugegen.

Die Leopold-Brücke

wurde in den Jahren 1866/67 gebaut und am 15.November 1867 durch den Herzog Leopold Friedrich eingeweiht. Sie war die erste eiserne und genietete Brück, die in Anhalt gebaut wurde.

Noch in den letzten Kriegstagen des zweiten Weltkrieges wurde die Leopoldbrücke gesprengt.

Die Sprengladung brachte man oben an den Bögen an. Bei der Wiederherstellung fügte man dort Passstücke ein.

 

Ende des Zwanzigsten Jahrhunderts wurde die Leopoldbrücke komplett erneuert.

Das Hochwasser

Über Jahrhunderte hatte die Bevölkerung mit dem Hochwasser der Mulde zu tun. Die letzten bekannten Hochwasser waren in den Jahren 1858, 1885, 1897, 1909, 1926, 1932, 1954 und 1974. Eine Wirksame Abwehr erhielt die Stadt durch die Errichtung der Schutzwälle im Jahre 1911. Einige Hochwassermarken an den Häusern der Stadt, Leopoldbrücke und an der Kirchenruine Salegast geben Auskunft über den Höchststand.

Hochwasser 1897

Hochwasser 1974

Berühmtheiten in Jeßnitz

Anlässlich des Sieges über Napoleon wurde am 11. März 1913 zur 100jährigen Gedächtnisfeier am Haus der Hauptstrasse 10 eine Gedenktafel angebracht. Zwei Tage weilte Blücher hier, einen Tag vor der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813.

Die "Literarische Vereinigung" zu Dessau enthüllte am 12. Juli 1912 am Conradi-Haus eine Gedenktafel. Eine neue Tafel wurde anlässlich der 725-Jahr-Feier der Stadt Jeßnitz im Jahre 1984 enthüllt.

 

Kirchen in Jeßnitz

Die katholische Kirche St. Norbert, Grundsteinlegung 1954. Am 1. November 1955 Kirchweih durch den Weihbischof Rintelen. Die Kirche wurde für die Gläubigen aus Jeßnitz, AltJeßnitz und Bobbau erbaut.

In einem stillen Winkel der Stadt, dem jüdischen Friedhof, entstand aus der Friedhofskapelle im Jahr 1980 die Neuapostolische Kirche.

Die evangelische Kirche St. Marien ist in der heutigen Form relativ jung. 1832 wurde der Turm eingeweiht. Er beherbergt eine Taufglocke aus dem 13. Jahrhundert und 2 grössere Glocken aus dem 14. Jahrhundert. Das Kirchenschiff wurde 1871 eingeweiht. Bereits vor 1100 hat es in Jeßnitz schon eine Kirche gegeben.

Die St. Marienkirche ist ein Wahrzeichen der Stadt Jeßnitz und schon von weitem zu erkennen.

Blick vom Kirchturm der St. Marienkirche auf die Stadt

Kanu-Sport in Jeßnitz

Der 1923 gegründete Ruderclub hatte sich 1925 neben der Badeanstalt ein Bootshaus gebaut. Im August 1926 wurde es eingeweiht. Heute ist hier der KanuClub Jeßnitz e.V. zu Hause.

Das Achter-Faltboot wurde nach einem Bootsriss aus Hamburg von den Jeßnitzer Paddlern selbst gebaut. 1934 gab es weltweit nur 4 Stück dieser Boote in den Städten Paris, London, Hamburg und Jeßnitz.
Die Jeßnitzer Textilfabrik

 

Die im Jahre 1848 als offene Handelsgesellschaft gegründete Firma "Plaut & Schreiber" hatte sich durch die Qualität ihrer Fabrikate Weltruf verschafft. Im Jahre 1927 wurde die Tuchfabrik vollständig aufgegeben. Gleichzeitig wurde der Strickereibetrieb modernisiert. 1928 wurden 42 Rundstrickautomaten für die Herstellung feingemusterter Herrensocken angeschafft. Der zweite Betrieb ist die Flaggendruckerei - der älteste Betrieb dieser Art in Deutschland. Die Flaggendrucker wurden aus dem Elsass angesiedelt. Der gesamte Fabrikkomplex umfasste ca. 1100 qm, wovon etwa die Hälfte bebaut war. Beschäftigt waren etwa 130 Arbeiter und Angestellte. Albert Stephan - der letzte Flaggen- drucker, der in der ehemaligen - in aller Welt bekannten - Jeßnitzer Flaggen- druckerei Plaut & Schreiber tätig war.

 

(Quelle: Jeßnitz/Anhalt - Geschichte in Bildern - erschienen im Geiger-Verlag)